mix
AGE
generationenübergereifender Zusammenhalt

Es gibt Gerüche, die über Generationen hinweg sofort Erinnerungen hervorrufen: das Anbraten von Zwiebeln, das Aroma von frischen Kipferln oder der würzige Duft einer traditionellen Suppe aus heimischen Steinpilzen. Aber was passiert, wenn diese vertrauten Düfte zum Schauplatz eines besonderen Austauschs werden?
Im Rahmen des mixAge Projekts haben wir Antworten gesucht und auch manche gefunden: Gemeinsam kochen verbindet mehr als nur den Hunger – es verbindet Menschen, Welten und Geschichten, denn: Gemeinsam schmeckt's am Besten!
Die Auswahl der Rezepte basiert auf der gezielten Förderung der regionalen Identität und des kulturellen Erbes der Südburgenländischen Grenzregion. Durch die Verwendung authentischer, über Generationen weitergegebener Spezialitäten (Burgenland und Ungarn) wird ein direkter Bezug zum lokalen Lebensraum hergestellt. Im Kontext des mixAge-Projekts dienen diese Gerichte als immaterielles Kulturerbe und als Brücke zwischen den Generationen: Während die ältere Generation ihr implizites Wissen (Tradition, Handgriffe, regionale Zutaten) vermittelt, bringen die jüngeren Teilnehmenden moderne Impulse ein. Die Rezepte wurden somit nicht als bloße Kochanleitung gewählt, sondern als katalysatorisches Werkzeug, um das Projektziel, konkret den Abbau von Barrieren und die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls, durch ein gemeinsames, Erlebnis greifbar zu machen.
In fünf verschiedenen Gruppen haben Jüngere und Ältere, teilweise vom Urenkerl bis zur Urgroßmutter, gemeinsam typische Burgenländische und Ungarische Spezialitäten der Südburgenländischen Grenzregion gekocht. Es war kein klassischer Kochkurs, bei dem jemand nur Anweisungen gab. Es war ein lebendiges Mosaik aus verschiedenen Lebensphasen. Hier traf die Tatkraft und Neugier der Jüngeren auf das tiefe Wissen und die Souveränität der Älteren.
Gemeinsam widmeten sie sich einer ganz besonderen Aufgabe: der Zubereitung der kulinarischen Schätze aus der Burgenländischen Grenzregion nach alten Rezepten mit modernen Methoden. Diese Spezialitäten sind weit mehr als nur einfache Gerichte – sie sind Identität, Tradition und das kulinarische Erbe dieser Region.
Während die Töpfe im denkmalgeschützten alten Pfarrhaus in Oberwart kochten und die Nudelwalker walkten, entstand ein freudiger gemeinsamer Moment der Begegnung: Das Wissen, was denn im Rezept eigentlich eine "kleine Hand voll Mehl" bedeutet wurde weitergegeben: Die Älteren erzählten von "früher", von den Geheimrezepten ihrer eigenen Mütter und Väter und von der Bedeutung der regionalen Zutaten (und den Orten, an denen sie am besten wachsen)
Brücken zwischen den Generationen wurden durch das gemeinsame Arbeiten gebaut: Die Jüngeren hörten zu, lernten neue Handgriffe und entdeckten mit Freude die Wurzeln ihrer Lieblingsspeisen wieder. In den fünf Gruppen entstand eine Atmosphäre von Leichtigkeit, in der Altersgrenzen plötzlich keine Rolle mehr spielten. Man war einfach ein Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgte – ein feines Essen.
Das mixAge Projekt verfolgt das Ziel, die Barrieren zwischen den Generationen abzubauen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu stärken. Dieser Tag in der Küche war ein wunderbarer Beweis dafür, dass dies funktioniert. Wenn Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen, verschwinden Vorurteile. Es war ein Tag für die Sinne, aber vor allem ein Tag für die Seele. Es wurden nicht nur Speisen aus der Burgenländischen Grenzregion kreiert sondern auch die Gemeinschaft belebt, gegenseitigen Respekt gestärkt und gezeigt, dass Tradition lebt, solange sie geteilt wird.
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden, die diesen Tag mit so viel Herzblut und Lebensfreude gefüllt haben!